Ein Polizeieinsatz der besonderen Art

Kriminalkommissar Dirk Beerhenke und Digital-Experte Michael Will klärten die RESIDENZ-Bewohner über Gefahren im Internet auf

Sie kamen ohne Blaulicht, aber dafür mit wertvollen Tipps im Gepäck: Kriminalkommissar Dirk Beerhenke (Kriminalkommissariat Opferschutz/Cybercrime) und Michael Will, Inhaber der Beratungsfirma „Digitale Heinzelmännchen“. Rund zwei Stunden lang stellten sie ihrem aufmerksam lauschenden Publikum die neuesten Betrugsmaschen vor und erläuterten, wie man sich als Internetnutzer effektiv vor Angriffen schützen kann.

Für alle, die an diesem Nachmittag nicht dabei sein konnten, haben wir hier noch einmal einige Beispiele aufgeführt:

  1. In letzter Zeit häufen sich Anrufe von angeblichen Microsoft-Support-Mitarbeitern. Diese erzählen, man habe sich einen Virus eingefangen und könne den PC gegen ein paar Euro reinigen lassen. Zur Bezahlung müsse man nur die Kreditkartendaten eingeben.
    Tipp der Experten: Sofort auflegen. Nicht in ein Gespräch verwickeln lassen. Dasselbe gilt auch für Anrufe von vermeintlichen Polizisten, die manchmal sogar mit der gefälschten Nummer 110 anrufen. Immer sofort auflegen. Wenn man unsicher ist, selbst bei der Polizei anrufen oder bei einem vertrauenswürdigen Computerexperten nachfragen.
     
  2. Eine weitere beliebte Masche sind Mails, die aussehen, als wären sie von der eigenen E-Mail-Adresse gesendet worden. Darin schreibt der Erpresser, er habe Zugriff auf das Konto (oder Betrüger fordern offene Beträge in Form eines Inkasso ein).
    Tipp der Experten: Sofort löschen, und keine Links anklicken. Nichts, was in dieser Mail steht, stimmt. Der Zugriff ist erfunden, um Geld zu erpressen oder zu betrügen.
     
  3. Auch wenn Banken aus angeblichen Sicherheitsgründen per E-Mail nach Kontodaten fragen, oder Shops damit drohen, dass Accounts geschlossen werden, falls man nicht sofort seine Daten eingibt, sollte man als Nutzer hellhörig werden.
    Tipp der Experten: Keine persönlichen Informationen oder Bankdaten preisgeben, und die Nachrichten löschen. Wenn wirklich dringende Dinge zu regeln sind, wird man von den Absendern etwas hören und meist auf dem Postweg kontaktiert werden. Im Zweifelsfall die Bank direkt kontaktieren.
     
  4. Gewinnspiele klingen oft sehr verlockend. Doch leider dienen sie meist nur dazu, an die Daten der Teilnehmer heranzukommen.
    Tipp der Experten: Auch wenn es schwerfällt: Wer seine Daten schützen möchte, sollte die Finger von Gewinnspielen lassen.
     
  5. Ein Thema für sich: Passwörter.
    Tipps der Experten: Für alle Anwendungen jeweils ein anderes Passwort verwenden, und zwar immer eine Zahlen- und Buchstabenkombination. Wer sich diese nicht merken kann, sollte sie mit Bleistift (weil wasserfest) auf ein Blatt Papier schreiben und dieses an einem sicheren Ort hinterlegen.
     
  6. Nur wenn ein PC oder ein Notebook bei der Software auf dem neuesten Stand ist, kann der Inhalt effektiv geschützt werden.
    Tipp der Experten: Immer alle Updates durchführen lassen. Dazu kann es nötig sein, den PC hin und wieder auch mal länger als nur ein paar Minuten laufen zu lassen, da sich die Updates sonst nicht installieren können.
     
  7. Ein besonderes Augenmerk sollte auf dem Schutz des Mobiltelefons liegen:
    Tipps der Experten:
    1. Direkt nach dem Kauf ein Antivirenprogramm herunterladen.
    2. Das Handy mit einem Code gegen unbefugten Zugriff sichern.
    3. Vom Vertragspartner eine sogenannte Drittanbietersperre einrichten lassen. Diese Sperre vehindert, dass man ungewollt Abos abschließt.

Wer all diese Ratschläge beherzigt, ist relativ gut vor Angriffen und Abzocke geschützt.

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